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Jugendmedienschutz

Auch bei (modernen oder sozialen) Medien sind Gruppenleitende und Betreuende verpflichtet, Schutzrechte zu kennen und einzuhalten. Dazu verweisen wir bei diesem Thema gerne auf das Kapitel Medien in der Jugendfeuerwehr und Medienpädagogik.

Jugendmedienschutz-Staatsvertrag

Schutzziele im Bereich der Medien für Kinder und Jugendliche sind Staatsvertrag über den Schutz der Menschenwürde und den Jugendschutz in Rundfunk und Telemedien (Jugendmedienschutz-Staatsvertrag – JMStV) beschrieben:
„1. der Schutz vor Medien, die geeignet sind, die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen (entwicklungsbeeinträchtigende Medien),
2. der Schutz vor Medien, die geeignet sind, die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu gefährden (jugendgefährdende Medien),
3. der Schutz der persönlichen Integrität von Kindern und Jugendlichen bei der Mediennutzung und
4. die Förderung von Orientierung für Kinder, Jugendliche, personensorgeberechtigte Personen sowie pädagogische Fachkräfte bei der Mediennutzung und Medienerziehung“.

Diese Rechtsgrundlage bezieht sich also auf die Rundfunk- und Telekommunikation. Unzulässig sind bspw. Propaganda, hassverbreitende Medien, Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Gewalt- und Kriegsverherrlichung, Pornographie und Verstöße gegen die Menschenwürde.

Altersfreigaben bei Filmen und Spielen

Für Filmvorstellungen gelten die Vorschriften der Altersbeschränkung, die von Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) festgelegt werden. Diese Alterstufen gibt es: ohne Altersbegrenzung, ab 6, 12, 16 oder nicht freigegeben unter 18 Jahren. Daran muss sich die Jugendleitung halten und diese Beschränkungen können auch nicht gelockert werden.

Eine Ausnahme besteht darin, dass Kinder ab 6 Jahren in Begleitung eines Erziehungsberechtigten einen Film ab 12 Jahren sehen dürfen. Somit sind Filme oder Kinovorstellungen mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren in Begleitung der Eltern oder einer erziehungsbeauftragten Person (= Gruppenleitenden) für Kinder ab 6 Jahren erlaubt! Dies gilt für externe sowie gruppeninterne Vorführungen. Mit gruppeninternen Vorführungen sind die Videoabende in der Kindergruppe oder Jugendfeuerwehr gemeint. Bei solchen Veranstaltungen muss der angebotene Film dem jüngsten Mitglied entsprechen. Es ergibt gruppenpädagogisch keinen Sinn, ein oder mehrere Gruppenmitglieder von der Veranstaltung auszuschließen oder zwei Filme für unterschiedliche Altersgruppen anzubieten. Das ganze Problem ist dann keines mehr, wenn Filme ohne Altersbeschränkung oder nach dem jüngsten Mitglied ausgesucht werden.

Alterstufen sind keine Empfehlungen

Häufig werden die Altersfreigaben der FSK mit pädagogischen Empfehlungen für bestimmte Altersstufen verwechselt. Doch für (pädagogische) Empfehlungen eigenen sich andere Internetseiten, die die FSK zusammengestellt hat.

Auch die Internetpräsens Schau hin! hält Ratschläge und Empfehlungen bereit.

Kinobesuch

Jugendliche unter 14 Jahren, die ins Kino gehen und der Film nach 20 Uhr endet, müssen von einem Erziehungsberechtigten begleitet werden. Dies gilt für Jugendliche unter 16 Jahren, wenn der Film nach 22:00 Uhr und für unter 18-Jährige, wenn der Film nach 24:00 Uhr endet.

Spielen in Spielhallen

Für Kinder und Jugendliche ist der Aufenthalt in Spielhallen und das Spielen an Spielautomaten mit Gewinnmöglichkeiten verboten. Das Spielen an Spielautomaten ohne Gewinnmöglichkeit (Videospiele, Flipper) ist Jugendlichen unter 16 Jahren verboten. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen diese Spielhallen und die Spiele nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten oder einer volljährigen Jugendleitung nutzen.

Spielen mit Computer oder Konsolen

PC- bzw. Konsolen-Spiele (Wii, XBox, Playstation o. Ä.) können mit legal erworbenen Spielen in der Kinder- und Jugendgruppe genutzt werden, wenn die Spiele für alle anwesenden Kinder und Jugendliche laut Altersbeschränkung geeignet sind. Die Spiele dürfen nicht indiziert sein, das heißt, sie dürfen nicht durch die Bundesprüfstelle in die „Liste jugendgefährdender Medien“ gemäß § 18 des JuSchG aufgenommen sein. Auch anwesende Erwachsene dürfen auf solchen Veranstaltungen mit anwesenden Jugendlichen keine Spiele spielen, die indiziert oder nur ab 18 Jahren freigegeben sind. Ebenfalls muss darauf geachtet werden, dass bei den Spielen keine sog. Blood Patches installiert oder in einer anderen Art und Weise modifiziert sind. Solche Veranstaltungen bzw. die Nutzung von Konsolen dürfen nicht ohne das Einverständnis der Eltern durchgeführt werden.

Zusätzlich wurden im Jahr 2021 verschiedene Symbole eingeführt, um Käufe bzw. Kontakt- und Interaktionsrisiken wie bspw. Cybermobbing und Hasskommentare zu verhindern. Diese Pflicht nennt sich „Anbietervorsorge“. Außerdem soll es leicht erreichbare und einfache Hilfs- und Beschwerdesysteme für Kinder geben.

Bilderabende, Diashows und externe Referentinnen und Referenten

Bei Bilderabenden und Diashows bzw. bei Vorträgen externer Referentinnen und Referenten sollte vorher die Zielgruppe und ihr Alter bzw. Entwicklungsstand Berücksichtigung finden. Bei Vorträgen zu Themen mit Gewalt, Blut oder Katastrophen ist es sinnvoll und erforderlich, im Vorfeld mit der Vortragenden oder dem Vortragenden das Programm und Darstellungen abzustimmen. Es ist sinnvoll und wichtig, die Bilder, die gezeigt werden sollen, vorher zu sichten und eventuell mit der Referentin oder dem Referenten zusammen zum Kindeswohl zu „zensieren“. Gewaltdarstellungen (wie reale und schockierende Unfallbilder) sind nichts für Kinderaugen und auch nicht für Jugendliche gut!

Bei Bilderabenden muss auch darauf geachtet werden, dass die Bilder nicht anstößig sind oder Kinder und Jugendliche in anderer Art und Weise in ihrer Entwicklung stören könnten. Auf Einsatzfotos oder bspw. bei der Erste-Hilfe-Ausbildung auf Bilder mit grausamen Eindrücken muss verzichtet werden, da Jugendliche, egal welchen Alters, diese zum Teil schwer verarbeiten können.

Auch hier gilt das Prinzip, dass die Jugendleitung die Eltern vorher über ihre Vorhaben informiert und vielleicht auch auf einem Elternabend die Bilder zeigt und mit den Eltern darüber diskutiert.