Pädagogik

Im Hintergrund lernen zwei ältere Jugendliche der Jugendfeuerwehr mit Buch und Tablet. Im Vordergrund experimentieren zwei jüngere an einem Tisch mit verschiedenen Materialien, u.a. einer Kerze. Sprechblasen der beiden zeigen ihre Gedanken: ‚Gespannt, was passiert‘ und ‚Endlich selber machen!‘
Auch in der Jugendfeuerwehr haben wir unterschiedliche Möglichkeiten, zu lernen und zu lehren!

Fast 100.000 Jugendleitende und Betreuende gestalten regelmäßige Gruppenangebote und investieren mehr als 4,5 Millionen Stunden Zeit in Vor- und Nachbereitung, in Beratungen und in die eigene Aus- und Fortbildung in der Jugendarbeit. In mehr als drei Millionen Stunden geschah Jugendfeuerwehr und Kinder in der Feuerwehr live. In Qualifizierungen für (Jugend-)Gruppenleitende beispielsweise durch JuLeiCa-Schulungen oder Lehrgänge1 sowie während Zusammenkünften wie Gruppenstunden/JF-Diensten wurden Inhalte der allgemeinen Jugendarbeit und feuerwehrtechnische Inhalte vermittelt.2 Aber wie genau können Inhalte altersgerecht vermittelt und adressatengerecht aufbereitet werden? Das folgende Kapitel wird sich mit Grundlagen der didaktisch-methodischen Aufarbeitung von Lehr-Lerneinheiten in den Kindergruppen und Jugendgruppen in der Feuerwehr beschäftigen, die dabei helfen, abwechslungsreiche und ertragreiche Zusammenkünfte, Gruppenstunden oder Dienste durchzuführen.

„Die Gruppenstunde ist eines der wichtigsten Dinge in einem Gruppenleben. Auch Freizeiten und andere Unternehmungen gehören dazu, doch die Gruppenstunden sind die kontinuierlichsten Aktionen der Gruppe und tragen sehr zum Gruppenzusammenhalt bei. Hier bringt sich jedes Gruppenmitglied ein und gestaltet so einen ganz bestimmten Teil des Gruppenlebens. Auch die restlichen Aktionen bauen auf den Gruppenstunden auf (zum Beispiel Projekte); sie stehen und fallen mit den Gruppenstunden.“3 Gerade deshalb ist es wichtig, sich damit auseinanderzusetzen, wie eine Gruppenstunde beziehungsweise Dienst aufgebaut werden kann, die alle Mitglieder der Gruppe anspricht. Die verantwortlichen Betreuenden sollten sich über die unterschiedlichen Lehr- und Lernvoraussetzungen im Klaren sein. Bei der Verlaufsplanung sollten neben methodischen auch didaktische Aspekte berücksichtigt werden. 

„Wenn sich Kinder und Jugendliche in einer Gruppe zusammenfinden, wollen sie gemeinsam etwas erleben oder erreichen: durch Ausflüge oder Gruppenstunden, Events oder Musikveranstaltungen, Bildungsfahrten oder Zeltlager. Mit [der Unterstützung der Gruppenleitenden] […] entwickeln sie Ideen oder Vorhaben. Bevor diese allerdings umgesetzt werden können, muss klar sein, WAS erreicht werden […soll]“4 Um dies zu formulieren und sich darüber klar zu werden, gibt es unterschiedliche Strukturmodelle zur Planung und Durchführung von Gruppenstunden – egal ob nun für Kinder oder Jugendliche.

Was Dich hier unter Pädagogische Grundlagen erwartet:

In dem Kapitel Pädagogik bündeln sich unterschiedliche Themenbereiche:


Autorinnen und Autoren

  • Matthias Düsterwald, Deutsche Jugendfeuerwehr
  • Patrick Fassian, Jugendfeuerwehr Hamburg
  • Stefanie Rebhan, Jugendfeuerwehr Bayern
  • Isabell Schlick, Saarländischen Jugendfeuerwehr
  • Alexander von den Steinen, ehemals Jugendfeuerwehr NRW

Fußnoten

  1. Vergleiche dazu die JuLeiCa-Bundesvereinbarung „Auf Beschluss der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesjugend- und Familienbehörden 2009“. Im Übrigen sind begrifflich Jugendgruppenleitende in den Feuerwehren sowohl Betreuende und Gruppenleitende der Kinder oder Jugendabteilung (inkl. JFW) gemeint; ↩︎
  2. Quelle: Deutsche Jugendfeuerwehr: Jahresstatistik 2021 und 2018; ↩︎
  3. JuLeiCa-Handbuch des Landesjugendrings Niedersachsen, S. 15 ↩︎
  4. JuLeiCa-Handbuch des LJR Thüringen, S. 26 ↩︎